Wie du Vertrauen in dich und die Welt entwickelst

24. April 2018

#016 Diese Podcastfolge ist über Vertrauen. Vertrauen in sich selbst, vertrauen in die Welt und das Leben.

In dieser Podcastfolge hörst du:
– den einen Satz, der mein Verständnis von Vertrauen um 180grad gedreht hat
– warum es realistisch ist zu vertrauen
– wie Vertrauen den jetzigen Moment und deine Zukunft beeinflusst
– woraus sich Vertrauen zusammensetzt und wie du durch dieses Wissen ein vertrauensvolles Verhältnis mit einer anderen Person erschaffen kannst
– eine effektive Übung, die du täglich machen kannst um dein Selbstvertrauen zu stärken

Vertrauen ist zum Beispiel einen Samen zu säen, zu pflegen und ihm Zeit zum Wachsen zu geben. Bei einem Samen kämen wir nicht auf die Idee jeden Tag die Erde aufzubuddeln um zu schauen ob er schon gewachsen ist. Genau so ist es bei dir. Gib dir Zeit dich zu entwickeln. Alles ist gut.

Links aus dem Podcast:
Die Contextuelle CoachingAcademie: www.coachingacademie.de
Das Buch von Natalie Knapp: Der unendliche Augenblick
Der Vortrag von Brené Brown: The Anatomy of Trust

Hier ist die Transkription der Podcastfolge:

In dieser Folge geht es um Vertrauen: Was Vertrauen ist, wie du Vertrauen in dich entwickelst und Vertrauen in die Welt. Ich bin auf das Thema durch ein Seminar gekommen, ein Seminar der der Contextuellen Coaching Academie. Eigentlich ging es in dem Seminar um etwas ganz anderes, aber für mich war dieser Satz wichtig, und alleine dafür hat es sich schon gelohnt, dahin zu gehen. Ich saß so da und dachte: „Oh mein Gott, das ist so anders, als ich dachte!“ Und zwar war der Satz: Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung.

Ich dachte: „Waaas? Aber, wenn ich jemandem vertraue, dann fühle ich das doch?!“ Aber dann habe ich nach und nach verstanden, was damit gemeint ist. Und zwar habe ich das dann direkt für mich angewandt im Alltag – ihr wisst ja, dass ich selbstständiger Coach bin und sowas auch selbst anwende. Ich habe zu mir gesagt: „Okay, ich lebe jetzt mal mit der Einstellung ‚Vertrauen ist eine Entscheidung, und kein Gefühl‘.“

Das ist wie so, als ob man die Besteckschublade in der Küche mit einem Mal umräumt und sagt: Bisher war sie rechts, jetzt lege ich sie nach links, weil da macht es mehr Sinn. Die ersten Male will man trotzdem immer nach rechts gehen und das Besteck aus der rechten Schublade holen, obwohl man sich ja entschieden hat, es links hinzutun. Ich habe also geahnt, dass es mir nicht immer leicht fallen wird, aber so ist das. Man muss sich immer wieder dran erinnern, es immer wieder wiederholen, und irgendwann geht man automatisch zur linken Schublade, um das Besteck zu holen.

Ich kann dir eine Geschichte erzählen, wie das für mich gewirkt hat. Ich war mit meinem Bruder im Auto, ich hatte einen neuen Mann kennengelernt und wir hatten uns erst ein- oder zweimal gesehen gehabt zu dem Zeitpunkt. Ich hatte ihn am Nachmittag gefragt, ob er abends noch etwas unternehmen will. Ich hatte mich schon gewundert, weil sonst hatten wir immer sehr schnell hin- und hergeschrieben und ich hatte noch keine Antwort bekommen. Dann saß ich gegen späten Nachmittag mit meinem Bruder im Auto und habe dann erzählt: „Der schreibt mir nicht, der antwortet nicht mehr, der will mich bestimmt nicht mehr sehen“ und so weiter, das ganze Kopfkino, was dann losging. Wir haben uns über eine Dating-App kennengelernt, aber nicht Tinder, sondern eine andere. Dann habe ich gesagt: „Oh, ich würde gerne in die Dating-App gehen und gucken, ob er da online war. Nachher trifft er sich noch mit einer anderen!“ Mein Bruder hat mich unterstützt und gesagt: „Ja, das würde ich an deiner Stelle auch machen und da jetzt mal gucken.“

Dann habe ich mich aber an den Satz erinnert: Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Entscheidung. Und dann dachte ich mir: „Okay, Eva, relax, nichts passiert, du kannst dich jetzt für Vertrauen entscheiden und einfach abwarten, oder für Misstrauen. Aber wenn du dich für Misstrauen entscheidest, dann wirst du das wahrscheinlich noch öfter tun. Und im Misstrauen musst du immer kontrollieren. Du musst dann halt in die App gehen und gucken und so weiter, was man da alles machen kann.“ Ich habe also entschieden zu vertrauen, auch wenn ich mich überhaupt nicht so gefühlt habe. Natürlich am nächsten Morgen kam eine Nachricht: „Hey, sorry, dass ich nicht geantwortet habe. Ich habe sogar geantwortet, aber die Nachricht wurde nicht abgeschickt“ Es war natürlich nicht so, dass er sich mit einer anderen getroffen hat. Es war also berechtigt, das Vertrauen zu haben, und es hat mir tatsächlich den Moment schöner gemacht.

Das Thema, das trage ich jetzt schon seit zwei Wochen mit mir rum, dass ich diese Vertrauens-Podcastfolge machen möchte. Ich habe noch ein Buch gelesen und bin nochmal über eine Stelle gestolpert, die ich dir gerne erzählen möchte. Es ist das Buch von Natalie Knapp, es heißt „Der unendliche Augenblick“ und ich kann es dir an sich schon total empfehlen, ich lese es gerade zum dritten Mal. Und sie schreibt über Zeiten der Unsicherheit, also Zeiten des Übergangs, der Veränderung, und sie schreibt, warum es realistisch ist, Hoffnung zu haben. Ich würde jetzt Hoffnung mit Vertrauen gleichsetzen in dem Fall. Und sie hat es so schön formuliert, und zwar hat sie geschrieben: „Du bist ein einzigartiger Ausdruck des Ganzen und es ist vernünftig, Hoffnung zu haben.“ Und zwar meint sie damit, dass die Zukunft aus der Gegenwart entsteht, das ist ja klar, denn wir in unserem Denken stellen uns die Zeit ja in einem Zeitstrahl vor, also jetzt ist Gegenwart, und dann weiter rechts auf dem Zeitstrahl ist die Zukunft. Und das ist aber tatsächlich, wenn wir jetzt zum Beispiel die Quantenphysik mit reinnehmen, dann sieht man, dass es kein Strahl ist, sondern ein Zeitkomplex. Und mit jeder Entscheidung, mit unserem Handeln in jedem Moment beeinflussen wir das, was kommt. Und wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, dass ich ein Projekt mache, und ich bin total im Vertrauen, dass es funktioniert, und dass ich die richtigen Leute finde, dass die Leute es gerne mögen, die dorthin kommen sollen, was auch immer, dann verhalte ich mich in diesem Moment genau so, als würde es genau so kommen, und beeinflusse dadurch natürlich das, was passiert. Wenn ich aber in diesem Moment zweifle und mir denke „Ich weiß nicht, traue ich mich das überlege, ist es das“ und ganz in die zweifelnden Fragen komme, dann werde ich mich auch so verhalten, dass ich nicht ganz sicher bin. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert, viel geringer. Das heißt natürlich nicht, dass alles funktioniert, nur weil ich Vertrauen habe, das ist jetzt auch kein Garant für Erfolg. aber die einzige Möglichkeit, tatsächlich Erfolg zu ermöglichen.

Natalie Knapp hat auch geschrieben, dass es in diesem Moment gar nicht so wichtig ist, dass sich die Hoffnung oder das Vertrauen bestätigt. Denn alleine in Vertrauen oder mit der Hoffnung gelebt zu haben macht das Leben schon viel schöner. Und sie hat das formuliert in dem Satz: „Selbst wenn sie (die Hoffnung) sich nicht erfüllen sollte, wird ihr Licht unser Leben erhellt haben.“ Und das finde ich so schön formuliert, so passend, dass es sich einfach lohnt, Vertrauen und Hoffnung zu entwickeln, einfach um den Moment schöner zu machen. Um das, was wir haben, wir haben ja nur den Moment, jeden einzelnen Moment, alles andere haben wir nicht, den schön zu gestalten. Das zum Thema Vertrauen.

Und ich habe mir noch einmal die Soul Session Folge bei Oprah von Brené Brown angeschaut, „The anatomy of trust“, wie Vertrauen aufgebaut ist. Also die Anatomie des Vertrauens. Es ist ein ganz tolles Video, sie beschreibt das Vertrauen zwischen zwei Menschen, und wie sich das Vertrauen zwischen Menschen entwickelt. Und, dass es vor allem aus kleinen Momenten besteht. In kleinen Momenten, wo man sich entweder entscheiden könnte Vertrauen aufzubauen oder einander zu betrügen. Und dass Vertrauen tatsächlich Grundsteine hat, wie beispielweise klare Grenzen und dass ich meine und deine Grenzen respektiere. Und dass du immer, egal was ich sage oder was ich tue, dass du darauf vertrauen kannst, dass ich das immer und immer wieder mache. Und auch, das fand ich total spannend, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt gar keinen Fehler zu machen, denn wir sind Menschen, wir machen Fehler, aber dass wenn man einen Fehler macht, dass man den Fehler zugibt und dazu steht. Vielleicht einen Ausweg anbietet und verspricht, es nicht wieder zu tun. Fehlerfreies Verhalten verlangt keiner, auch untereinander nicht, und dass wenn ein Fehler passiert, dass man einfach dazu steht. Und dass man wie so eine Schatzkammer eigentlich ist für den anderen. Dass alles, was du mir sagst oder was ich dir sage, bei dir behütet ist. Dass es nicht weitergetragen wird oder dass du es jemand anderem erzählst.

Integrität gehört auch noch dazu, was ich jetzt abkürzen würde mit „Wort geben und Wort halten“. Darauf kommen wir gleich nochmal in der Übung für dich zurück. Und Großzügigkeit: Dass Vertrauen auch dadurch entsteht, dass ich weiß: Du bist großzügig mit mir. Dass du nur das Beste von mir glaubst, dass alles, was ich tue, mache, sage, meine Absichten, dass du davon überzeugt bist, dass das ganz wunderbar ist. Das ist ein sehr schöner Vortrag.

 Ja, Vertrauen. Darum ging es in der heutigen Folge. Ich würde dir jetzt gerne noch eine Übung geben, die ich auch die letzten Monate gemacht habe, die für mich auch total schön war und die tatsächlich nochmal Vertrauen in mich aufgebaut hat. Und dass ich noch mehr auf mich selbst vertraue und auf das, was ich tue, mache, und auch Vertrauen in die Zukunft aufgebaut hat. Und zwar komme ich da zurück auf „Wort geben und Wort halten“. Also dass ich mein Wort gebe und das Wort dann auch halte. Und das kannst du jetzt auch machen, das kannst du jeden Tag machen. Du gibst dein Wort und du hältst es. Das muss jetzt nicht unbedingt sein, dass du jemand anderem dein Wort gibst und es dann auch hältst, das kannst du natürlich auch machen, aber du kannst einfach mit dir anfangen. Weil wenn du Vertrauen in dich hast, dann ist es anderen auch möglich, in dich zu vertrauen. Weil wenn du nicht in dich vertraust, dann kannst du es nicht von anderen erwarten, dass sie es tun. Und zwar kannst du klein anfangen: Wenn du morgens im Bett liegst zu sagen: „In fünf Minuten stehe ich auf.“ Und dann stehst du in fünf Minuten auf, eine ganz kleine Sache. Wort gegeben, Wort gehalten. Oder: „Heute Abend werde ich mir Pasta kochen.“ Dann kannst du dir das Wort geben und kochst dir abends Pasta. Und das sind kleine Dinge, mit denen du anfangen kannst, und dadurch nach und nach dein Vertrauen in dich und in dein Wort stärken kannst. Denn dein Wort ist deine Macht in diesem Leben. Und wenn man auf dein Wort vertrauen kann, dann kann man auch dir Vertrauen. Und dann hast du die Möglichkeit, Beziehungen und auch tiefe Beziehungen aufzubauen.

 Genau. Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren. Falls du jetzt an einen Punkt kommst und du hast dein Wort nicht gehalten, dann ist das auch okay. Dann musst du nicht in eine „Gott-ich-bin-so-furchtbar“ und „ich-gebe-mein-Wort-und-ich-halte-es-nicht“ Stimmung verfallen. Das bringt dich in dem Moment auch nicht weiter. Was du dann machen kannst ist einfach zu schauen, woran es gelegen hat, dass du das nicht gemacht hast. Und da einfach zu schauen, warum es so kam. Genau. Und dann einfach auf’s Neue: Wort geben, Wort halten. 

Ich wünsche dir viel Entscheidungsfreude, also dir viel Freude dabei, dich für Vertrauen zu entscheiden. Und viel Freude beim Wort geben, Wort halten, beim Vertrauen-in-dich-aufbauen und beim Entscheiden, in die Zukunft zu vertrauen. Bis dann!

Wie du Vertrauen in dich und die Welt entwickelst

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